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Innovations-Liegestützen

Innovations-Liegestützen

Es ist die Zeit der guten Vorsätze. Der Anmeldungen im Fitnessstudio. Die Zeit im Jahr, in der Veränderungen ganz hoch im Kurs stehen. Interessanterweise fangen diese Veränderungen mit dem an, was die meisten von uns ziemlich gut können: shoppen. Denn ohne neue Sportbekleidung, ohne die spezielle Yogamatte oder die stylischen Laufschuhe geht gar nichts. Und mit diesen Dingen in der Regel auch nicht allzu lange.

Bei einem früheren Kundenprojekt bekam ein Kollege den Auftrag, einen Projektplan zu erstellen. Schon nach einer Stunde kam er mit einem „Mission completed“-Gesichtsausdruck zurück. Er hatte die Bestellung für MS Project ausgelöst und das Tool tatsächlich auch schon installiert. In Rekordzeit. Die Projektplanung war also schon so gut wie erledigt: Schnell ein Gant-Chart erstellt, ein paar Abhängigkeiten und Meilensteine eingetragen, vielleicht sogar noch die Ressourcen ergänzt und schon hatte man eine gute Vorlage für die nächste Powerpoint-Präsentation. Die Ziele des Projekts und vor allem die notwendigen Ergebnisse, um einen Mehrwert zu erreichen, die hat er bei der Implementierung des Tools leider aus dem Blick verloren.

Der Ruf nach dem Laufshirt aus der Hightec-Faser und der nach der Projektmanagement-Software haben einen entscheidenden Punkt gemeinsam: Sie dienen als Ausrede. Nicht lieferbar, nicht genehmigt? Klar, dass wir nicht vorankommen. Dass wir behindert werden in unseren guten Vorsätzen. Denn wie sollen wir so das tun, was uns aufgetragen wurde oder was wir uns vorgenommen haben?

Eigentlich soll das Tool uns die Arbeit abnehmen und wir delegieren unsere Konsequenz, unser Engagement, unsere Leidenschaft nur auf diesen Heilsbringer. Doch Verhaltensänderungen und das „Dranbleiben“ haben nichts damit zu tun, sie sind Ausdruck unserer inneren Haltung bzw. der Veränderung derselben. Verändern, trainieren, umsetzen – das geht am besten in kleinen Schritten. Wie wäre es, jeden Tag ein paar Liegestützen einzuplanen? Zuhause – in einem alten T-Shirt. Halte ich das durch? Konsequent? Regelmäßig? Über welche Zeit? Oder brauche ich dann doch erst wieder eine Isomatte? Oder sogar eine der Apps, die mir sagen, was ich zu tun habe? Wohl kaum, denn auch die wird mir die Liegestützen nicht abnehmen. Ich muss selbst ins Tun kommen.

Das Gleiche gilt für die Einführung neuer Arbeitsweisen. Die wir womöglich in einem Training, in einem Seminar kennengelernt haben. Und für die wir einen Projektauftrag und ein Budget brauchen, Räume und natürlich die passenden Materialien.  Wenn wir das alles schon hätten, dann, ja dann würden wir effektivst an Innovationen arbeiten können. Dann könnten wir agil sein. Aber so ohne das Collaboration-Tool, über das die Geschäftsführung immer noch nicht entschieden hat? Ohne den Vertrag beim „Unternehmens-Fitness-Studio“? Da sehen wir kaum Möglichkeiten, irgendetwas zu bewegen. Um es genau zu nehmen, geht gar nichts. Wie wir bedauernd feststellen, bevor wir uns etwas anderem zuwenden.

Meiner Meinung nach ist es kein Zufall, dass Methoden im Agilen, im Design Thinking, im Lean Management immer sehr hemdsärmelig und mit minimalem Aufwand nutzbar und einsetzbar sind. Ein „Daily Standup“ geht immer und überall. Ein Kanban-Board kann ich an einer nackten Wand unterbringen, mit Klebeband und ein paar Post-its. Eine Customer Journey Map kann ich auf dem Boden auslegen, eine Stakeholder Map male ich mit einem Kreis auf ein Flipchart …

Natürlich brauche ich irgendwann ein Budget, natürlich brauche ich die Unterstützung des Managements (was manchmal dasselbe ist) und vielleicht müssen wir die Kulturveränderung auch in Form eines Projekts organisieren, um die nötige Aufmerksamkeit, Struktur und Beteiligung zu erreichen. Aber doch nicht zu Beginn. Anfangen können wir auch ohne diese Voraussetzungen. Und durchhalten auch.

Ganz klar: Ich bin nach den ersten Liegestützen kein bisschen kräftiger und abgenommen habe ich auch nicht. Stattdessen schmerzt mein Körper und zeigt mir überdeutlich auf, wie weit ich entfernt bin von den durchtrainierten Typen in der App. Und auch von dem, was mir die Experten des Agilen, des Design Thinkings, des Leans in ihren Workshops erzählt und an Übungsbeispielen gezeigt haben. Und trotzdem zeigt mein Handeln, mein Ins-Tun-Kommen und Dranbleiben überraschend schnell Wirkung.

Ich bin überzeugt davon, dass kleine Schritte, wie z.B. die Überlegung, wer zu beteiligen ist, die drei Kundeninterviews, die regelmäßige Retrospektive anhand von zunächst nur zwei Fragen mich bereits auf den richtigen Weg bringen. Und wenn es schwierig wird? Dann greife ich auf das zurück, was bei guten Vorsätzen immer unterstützend wirkt: Ich suche mir Mitstreiter. Denn anders als bei den Liegestützen, bin ich mit meinen Aktivitäten im Unternehmen ja nicht alleine. Ausreden gibt es also nicht. Veränderung (er-)spürt man am besten gemeinsam mit anderen. Wir lernen durch das Erleben und nicht durch theoretisches Verständnis oder die Einsicht, dass dieses oder jenes Vorgehen vielleicht doch besser wäre.

Mal ehrlich: Kollegen, Mitstreiter, Kooperationspartner oder Verbündete im Geiste fallen uns doch sofort ein. Fazit: Der „Innovations-Laufgruppe“ steht nun nichts mehr im Wege. Ab morgen wird alles anders. Ab morgen? Warum nicht ab heute!

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